Jürgen Kempkes, Jahrgang 1958, stammt aus dem Rheinland und
lebt heute in Aurich in Ostfriesland. Geboren im April 1958
in Krefeld, war er der Region zwischen Krefeld und Düsseldorf
über Jahrzehnte verbunden. Diese rheinische Prägung ist
geblieben: klare Worte, bodenständiger Humor und kein
Bedürfnis, aus Kleinigkeiten große Geschichten zu machen.
Sein Ton ist sachlich, freundlich und manchmal trocken, aber
nie kalt. Es geht ihm weniger um Selbstdarstellung als darum,
dass Dinge stimmen – und dass man sich zwischendurch auch
über sich selbst amüsieren kann.
Beruflich führte sein Weg zu Thyssen nach Krefeld in den
Laborbereich – ein Umfeld, in dem es nicht genügt, dass etwas
ungefähr passt. Dort zählen Werte, Abläufe, Regeln, Sicherheit
und Verlässlichkeit. Über viele Jahre trug er als Schichtführer
Verantwortung. Das bedeutete, den Überblick zu behalten,
Entscheidungen zu treffen, Prioritäten zu setzen und ruhig zu
bleiben, wenn etwas aus dem Ruder zu laufen drohte. Dazu
gehörten klare Kommunikation, saubere Übergaben und
verlässliche Absprachen – ebenso wie die Fähigkeit, Probleme
weder größer zu reden, als sie sind, noch sie wegzuschieben.
Diese Haltung prägt ihn bis heute. Jürgen denkt praktisch,
mag logisch aufgebaute Systeme und schätzt Menschen, die sagen,
was sie meinen. Er hat einen Blick dafür, wo kleine Fehler
später große Folgen haben können. Gleichzeitig ist er keiner,
der ständig erklärt, was er kann oder erlebt hat. Wer ihn
kennenlernt, merkt eher nach und nach, dass da jemand ist, der
viel gesehen und daraus etwas Solides gemacht hat – nicht als
Pose, sondern als Lebensart.
Zu seinem Leben gehören auch Beziehungen, Neuanfänge und die
Erfahrung, dass Lebensläufe selten so geradlinig verlaufen,
wie man sie sich mit zwanzig vorstellt. Jürgen war zweimal
verheiratet, insgesamt rund dreißig Jahre. Besonders wichtig
ist ihm die Verbindung zu seiner Tochter, die heute in den USA
lebt.
Heute ist Jürgen Rentner – allerdings nicht im Sinn von
„jetzt ist Schluss“. Er nutzt die freie Arbeitseinteilung, um
sich intensiv mit Themen zu beschäftigen, die ihn interessieren.
Raumfahrt gehört seit Langem dazu, mit echter Neugier für
Technik, Missionen und das Zusammenspiel aus Ingenieurskunst
und Risiko. Daneben interessiert ihn Webdesign als Verbindung
von Technik und Verständlichkeit: Struktur, Klarheit und gute
Führung statt bloßer Effekte. Der dritte Bereich ist der
3D-Druck – Tüftelei, Konstruktion, Testen und Verbessern.
Ideen sind für ihn erst dann wirklich gut, wenn sie am Ende
auch praktisch funktionieren.
Im April 2026 zog er von Düsseldorf nach Aurich in Ostfriesland.
Der Ortswechsel war kein dramatischer Bruch, sondern ein
bewusster Neuanfang: raus aus dem lange Vertrauten, hinein in
eine neue Umgebung mit mehr Ruhe, Weite und einem frischen
Blick auf den Alltag.
Beschreiben lässt sich Jürgen am besten als Mischung aus
Bodenständigkeit und Neugier. Er läuft nicht jedem Trend
hinterher, erklärt aber auch nicht alles Neue vorschnell für
Unsinn. Er schaut hin, denkt nach, probiert aus und entscheidet
dann. Er schreibt nicht, um sich zu inszenieren, sondern weil
ihn Themen wirklich beschäftigen und weil es ihm Freude macht,
Zusammenhänge verständlich zu machen. Seine Texte setzen nicht
auf Showeffekte, sondern auf Substanz – und auf den einen oder
anderen Satz, bei dem man kurz grinst, weil er stimmt.